Die Grünen sind in ihrem Wahlprogramm für die
Bundestagswahl 2017 mit der Forderung vorgeprescht, dass ab 2030 nur noch
abgasfreie Autos zuzulassen sind: „Das Zeitalter der fossilen
Verbrennungsmotoren ist dann zu Ende.“ Eine ähnlich drastische wirtschafts- und
verkehrspolitische Weichenstellung enthielt bereits im letzten Jahr der Entwurf
für den Klimaschutzplan 2050 des Bundesumweltministeriums. In dem später vom
Kabinett verabschiedeten Dokument wurden die Formulierungen allerdings entschärft und
es wird nur noch eine signifikante Absenkung der Emissionen von Pkw angestrebt,
wobei die Elektromobilität eine wichtige Rolle spielen soll. Hintergrund dieser
Diskussion ist, dass die Bundesregierung im Einklang mit früheren Zielen und
den Ergebnissen der Klimaschutzkonferenz von Paris bis 2050 eine Reduktion der
Treibausgasemissionen in Deutschland um 80 bis 95 % gegenüber 1990 erreichen
will. Hinzu kommt die aktuelle Diskussion um Stickoxid- und Feinstaubemissionen
insbesondere von Diesel-Pkw.
Der Klimaschutzplan wird politisch als Strategie zur Modernisierung der Volkswirtschaft verstanden, die einen Paradigmenwechsel einläuten soll. Auch die Grünen konkretisieren in einer „Clean Car Roadmap“ ihre Ideen für eine „Offensive für die Autoindustrie der Zukunft“. Mit solchen Konzepten wird die Idee der aus Klimaschutzgründen erforderlichen „großen Transformation“ von Wirtschaft und Gesellschaft, die ja bereits seit längerer Zeit gedacht und verfolgt wird und mittlerweile auch bei den derzeitigen Regierungsparteien salonfähig ist, ein Stück weiter konkretisiert und auf den Automobilsektor heruntergebrochen.
Mit rationaler Klimapolitik hat das alles zuletzt auch nichts zu tun. Angesichts der Tatsache, dass Elektroautos trotz attraktiver Subventionen in Deutschland nach wie vor ein Ladenhüter sind und selbst in Norwegen der Erfolg der Elektromobilität primär massiven Subventionen zu verdanken ist, sollte sich die Klimapolitik darauf besinnen, dass es durchaus ein einfacheres und kostengünstiges Instrument gibt, den Verkehrssektor in die Klimapolitik einzubinden: das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS). Würde das EU ETS gestärkt und auf den Verkehrssektor sowie den Wärmemarkt und die Landwirtschaft ausgedehnt, müsste die Politik nicht mehr Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge festlegen oder das Verfallsdatum von Antriebstechnologien festlegen. Mit diesen Fragen würden sich die Marktakteure aufgrund der Preissignale des EU ETS auseinandersetzen. Leider haben die Politiker das bisher nicht verstanden oder wollen es nicht verstehen. Politischer Aktionismus scheint wohl mehr Wählerstimmen zu bringen als das Vertrauen in den anonymen Marktmechanismus des EU-ETS.
Der Klimaschutzplan wird politisch als Strategie zur Modernisierung der Volkswirtschaft verstanden, die einen Paradigmenwechsel einläuten soll. Auch die Grünen konkretisieren in einer „Clean Car Roadmap“ ihre Ideen für eine „Offensive für die Autoindustrie der Zukunft“. Mit solchen Konzepten wird die Idee der aus Klimaschutzgründen erforderlichen „großen Transformation“ von Wirtschaft und Gesellschaft, die ja bereits seit längerer Zeit gedacht und verfolgt wird und mittlerweile auch bei den derzeitigen Regierungsparteien salonfähig ist, ein Stück weiter konkretisiert und auf den Automobilsektor heruntergebrochen.
Angesichts
dieses Diskussionsstandes verwundert es nicht, dass die Managementetagen der
deutschen Automobilindustrie verunsichert sind und die Aktienkurse der
börsennotierten Hersteller vor sich hindümpeln, während Tesla von Kursrekord zu
Kursrekord eilt und zeitweilig sogar die Marktkapitalisierung von BMW
überholte. Verunsicherung und hektische Betriebsamkeit sind berechtigt. Wenn
die Politik Ernst machen und derartige Planungen tatsächlich im genannten
zeitlichen Rahmen umsetzen würde, um die extrem ambitionierten Emissionsminderungsziele
zu erreichen, wären angesichts der üblichen Entwicklungs- und Produktionszyklen
schon Anfang des nächsten Jahrzehntes Neuentwicklungen im Bereich fossiler
Mobilität obsolet und es käme in einem Kaskadeneffekt zu einem dramatischen
Wertverfall der im Bereich konventioneller Antriebe gebundenen
Unternehmenswerte.
In
einer Marktwirtschaft treten es immer wieder solche disruptiven Entwicklungen
auf. Der berühmte Ökonom Josef Alois Schumpeter spricht vom Prozess der
schöpferischen Zerstörung, der aber von ihm insbesondere mit dem dynamischen
Unternehmertum verknüpft wird. Zweifelsohne sind die Gründer von Google,
Facebook, Uber oder Apple, aber auch viele andere erfolgreiche Startups
Entrepreneure solcher Art. Sie verändern dramatisch die Wirtschaft und die Art
und Weise, wie wir wirtschaften. Wie der Pkw die Pferdekutsche verdrängte,
Nokia vom Trend zu Smartphones überrollt wurde und wegen der digitalen
Verfügbarkeit von Information die Auflagen der Printmedien schrumpfen, wird
auch die automobile Welt des Jahres 2030 anders aussehen als heute. Es entsteht
ein neues Marktgleichgewicht, bei dem Elektromobilität aller Voraussicht nach
eine deutlich wichtigere Rolle als heute spielen wird. Angesichts der derzeit zu
beobachtenden Realitäten (begrenzte Reichweite von Elektrofahrzeugen, hohe
Batteriekosten, mangelnde Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur), der langen
Lebensdauer der derzeit im Markt befindlichen Pkw sowie der anzunehmenden
Technologie- und Produktionszyklen scheint es aber reichlich blauäugig und
vermessen, per Dekret die Abschaffung des konventionellen Pkw-Antriebs für das
Jahr 2030 zu verordnen. Blauäugig, weil derzeit völlig unklar ist, wie ein
solches Ziel unter Berücksichtigung der damit verknüpften wirtschaftlichen und
technologischen Herausforderungen erreicht werden kann und welche
gesellschaftlichen Kosten und Wohlfahrtsverluste damit einhergehen, zumal die
Ökobilanz der Elektromobilität durchaus zwiespältig ausfällt. Vermessen, weil
Politik durch ein solches Verbot mit einer kaum zu überbietenden Arroganz der
Macht in die Wirtschaft eingreift und Eigentums- und Freiheitsrechte aushebelt.
Es braucht nur einen Restbestand an liberal-ordnungspolitischen Perspektive, um
eine solche Wirtschaftspolitik als das zu entlarven, was sie ist: Kommando- und
Planwirtschaft.
Mit rationaler Klimapolitik hat das alles zuletzt auch nichts zu tun. Angesichts der Tatsache, dass Elektroautos trotz attraktiver Subventionen in Deutschland nach wie vor ein Ladenhüter sind und selbst in Norwegen der Erfolg der Elektromobilität primär massiven Subventionen zu verdanken ist, sollte sich die Klimapolitik darauf besinnen, dass es durchaus ein einfacheres und kostengünstiges Instrument gibt, den Verkehrssektor in die Klimapolitik einzubinden: das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS). Würde das EU ETS gestärkt und auf den Verkehrssektor sowie den Wärmemarkt und die Landwirtschaft ausgedehnt, müsste die Politik nicht mehr Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge festlegen oder das Verfallsdatum von Antriebstechnologien festlegen. Mit diesen Fragen würden sich die Marktakteure aufgrund der Preissignale des EU ETS auseinandersetzen. Leider haben die Politiker das bisher nicht verstanden oder wollen es nicht verstehen. Politischer Aktionismus scheint wohl mehr Wählerstimmen zu bringen als das Vertrauen in den anonymen Marktmechanismus des EU-ETS.
Kommentare
Kommentar veröffentlichen